Nationale Forschungsdateninfrastruktur
Die nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) entsteht als ein Netzwerk von Konsortien zum systematischen Erschließen, Sichern und Zugänglichmachen von Datenständen in der Wissenschaft. Die Konsortien tragen in einem wissenschaftsgetriebenen Prozess Daten nach den FAIR-Prinzipien zusammen (Findable, Accessible, Interoperable, Re-Usable) und stellen sie der Forschungsgemeinschaft zur Verfügung. In drei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gesteuerten Auswahlrunden werden verschiedenste Themen von Bund und Ländern gefördert. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite der DFG oder auf der Webseite des NFDI-Vereins.
BERD@NFDI ist eine Forschungsdateninfrastruktur, die die Verwaltung von Geschäfts-, Wirtschafts- und verwandten Daten modernisiert. Mit besonderem Fokus auf unstrukturierten Daten (z. B. Bilder, Videos, Audio- und Textdateien) bietet sie Dienste und Tools zum Suchen, Sammeln, Indizieren, Verarbeiten, Analysieren und Archivieren von Daten und Algorithmen über den gesamten Forschungsprozess hinweg.
Mitwirkende der TUM: Dr. Felicitas Sommer
Data from Photon and Neutron Experiments (DAPHNE4NFDI) konzentriert sich auf Forschung mit Photonen und Neutronen an Großforschungsanlagen. Ihre besonderen Eigenschaften ermöglichen es, die Position und Bewegung von Atomen in verschiedensten Materialien zu analysieren – von dünnen Schichten bis hin zu Proben unter extremen Temperaturen oder Drücken. So lassen sich etwa feinste Risse, Verunreinigungen oder die Lage einzelner Atome in komplexen Molekülen sichtbar machen.
Mitwirkende der TUM: Dr. Wiebke Lohstroh (Co-Sprecher)
DataPLANT – Towards democratization of plant research ist ein Konsortium aus dem Kern der deutschen Pflanzenforschungsgemeinschaft. Es zielt darauf ab, ein nachhaltiges Forschungsdatenmanagement (RDM) zu etablieren, indem digitale Unterstützung (z. B. in Form von Software oder Lehrmaterial) sowie persönliche Unterstützung (z. B. durch Beratung vor Ort oder Workshops) bereitgestellt wird.
Mitwirkende der TUM: Prof. Klaus Mayer
FAIR Data Infrastructure for Agrosystems (FAIRagro) ist eine gemeinschaftsgetriebene Initiative, die eine FAIR-konforme Dateninfrastruktur für die Agrarsystemforschung aufbaut. Ihr Ziel ist es, bestehende Repositorien zu vernetzen, Forschungsdaten FAIR zu machen und dadurch eine nachhaltige Pflanzenproduktion und widerstandsfähige Agrarökosysteme zu unterstützen.
Mitwirkende der TUM: Prof. Dr. Senthold Asseng (Co-Sprecher)
FAIR Data Infrastructure for Condensed-Matter Physics and the Chemical Physics of Solids (FAIRmat) stellt eine föderierte FAIR-Dateninfrastruktur für die Materialwissenschaften bereit und bietet Forschenden Werkzeuge und Kompetenzen für ein effektives Forschungsdatenmanagement. Die Initiative ermöglicht kollaborative, reproduzierbare und rechtlich konforme Forschung, indem sie FAIR-konforme Standards und Praktiken in der wissenschaftlichen Gemeinschaft unterstützt.
Mitwirkende der TUM: Prof. Hans-Joachim Bungartz (Co-Sprecher)
The German Human Genome-Phenome Archive (GHGA) ermöglicht die Nutzung humaner Omics-Daten in der Forschung, während gleichzeitig Datensicherheit und Missbrauchsschutz gewährleistet werden. Als sichere nationale Omics-Dateninfrastruktur überbrückt GHGA die Lücke zwischen Forschung und Gesundheitsversorgung und fördert die Entwicklung neuer Therapien und Diagnostika.
Mitwirkende der TUM: Prof. Julien Gagneur (Co-Sprecher), Prof. Thomas Meitinger, Prof. Juliane Winkelmann
Mathematical Research Data Initiative (MaRDI) entwickelt eine FAIR-konforme, interoperable Forschungsdateninfrastruktur für die mathematischen Wissenschaften. Durch Standards, zertifizierte Workflows und unterstützende Dienste ermöglicht MaRDI reproduzierbare Forschung, Kollaboration und Wissensaustausch innerhalb der Mathematik und darüber hinaus. Die Vision ist eine Gemeinschaft, die FAIR-Datenpraktiken vollständig verinnerlicht.
Mitwirkende der TUM: Prof. Mathias Drton (Co-Sprecher)
NFDI for Catalysis-Related Sciences (NFDI4Cat) ist ein Konsortium, das eine nationale digitale Infrastruktur für die Katalyseforschung aufbaut. Seine Mission ist es, standardisierte und FAIR-konforme Prinzipien im Umgang mit Forschungsdaten zu etablieren, digitale Forschungsabläufe zu fördern und die wissenschaftliche Gemeinschaft über akademische und industrielle Bereiche hinweg zu verbinden.
Mitwirkende der TUM: Prof. Johannes Lercher (Co-Sprecher)
NFDI Consortium Earth System Sciences (NFDI4Earth) adressiert die digitalen Anforderungen des Forschungsdatenmanagements in den Erdsystemwissenschaften. Forschende arbeiten in internationalen und interdisziplinären Netzwerken zusammen, mit dem übergeordneten Ziel, das Funktionieren und die Interaktionen im Erdsystem zu verstehen und die vielfältigen Herausforderungen des globalen Wandels anzugehen.
Mitwirkende der TUM: Prof. Martin Werner
National Research Data Infrastructure for Immunology (NFDI4Immuno) unterstützt die Immunologie-Gemeinschaft mit einer sicheren, FAIR-konformen Plattform zum Teilen, Betrachten und Analysieren immunologischer Daten. Die Infrastruktur stellt Standards, Analysewerkzeuge und Schulungen bereit, um reproduzierbare und kollaborative Forschung zu ermöglichen – mit der langfristigen Vision, dass Ergebnisse aus verschiedenen Laboren leicht zugänglich, vergleichbar und integrierbar werden.
Mitwirkende der TUM: Prof. Dr. Dietmar Zehn
National Research Data Infrastructure for Engineering Sciences (NFDI4ING) vereint die Ingenieurwissenschaften, um FAIR-Forschungsdatenpraktiken und nachhaltiges Datenmanagement zu fördern. Das Konsortium entwickelt und standardisiert Methoden und Dienste, die ingenieurwissenschaftliche Daten findbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar machen, unterstützt durch ein wachsendes Netzwerk von Forschenden und Infrastrukturpartnern.
Mitwirkende der TUM: Prof. Dr.-Ing. Christian Stemmer (Co-Sprecher)
NFDI4Microbiota ist ein Konsortium, das sich auf das Management, die Standardisierung und das Teilen mikrobiologischer und mikrobiombezogener Forschungsdaten konzentriert. Ziel ist es, Daten für Forschende FAIR zu gestalten, die mit Mikrobiota in verschiedenen Bereichen arbeiten, darunter Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt.
Mitwirkende der TUM: Dr. Ilias Lagkouvardos, Prof. Michael Schloter
National Research Data Infrastructure for and with Computer Science (NFDIxCS) hat zum Ziel, Dienste zu entwickeln, die komplexe domänenspezifische Datenobjekte aus den verschiedenen Bereichen der Informatik speichern und die FAIR-Prinzipien umfassend umsetzen. Dazu gehört die Erstellung wiederverwendbarer Datenobjekte, die Daten, Metadaten sowie zugehörige Software, Kontext- und Ausführungsinformationen in standardisierter Form integrieren.
Mitwirkende der TUM: Prof. Tobias Nipkow, Prof. Dr. Martin Schulz
Particles, Universe, NuClei and Hadrons for the NFDI (PUNCH4NFDI) vereint rund 9.000 Forschende aus der Teilchen-, Astro-, Astroteilchen-, Hadronen- und Kernphysik. Der Verbund untersucht die fundamentalen Bausteine der Materie, ihre Wechselwirkungen und ihre Bedeutung für die Entstehung großer Strukturen im Universum wie Sterne und Galaxien.
Mitwirkende der TUM: Dr. Philipp Eller