Koordinierte Programme
Die koordinierten Programme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) umfassen Exzellenzcluster, Sonderforschungsbereiche und Transregios. Mehrere dieser Programme an der TUM sind mit dem MDSI assoziiert, um von unserer Expertise in allen datenbezogenen Aspekten von Forschung zu profitieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den gemeinsamen Herausforderungen im Bereich des Forschungsdatenmanagements.
Exzellenzcluster (EXC)
EXC2089: e-conversion konzentriert sich auf die Erforschung von Energieumwandlungsprozessen, die an Grenzflächen stattfinden. Im Exzellenzcluster werden die mikroskopischen Prozesse an Materialgrenzflächen untersucht, um Solarenergie, Katalyse und Batterietechnologien für zukünftige Energietechnologien zu verbessern.
EXC2094: From the Origin of the Universe to the First Building Blocks of Life (ORIGINS) untersucht den Ursprung des Universums und des Lebens. Das interdisziplinäre Forschungsnetzwerk geht aus der äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Astro-, Teilchen- und Kernphysikern im vorherigen Exzellenzcluster Universe hervor, der grundlegende Eigenschaften des Universums erforschte.
EXC2111: Munich Center for Quantum Science and Technology (MCQST) ist ein weltweit führendes, interdisziplinäres Forschungszentrum für Quantum Science and Technology (QST) in München. Dieser Exzellenzcluster vereint Forschung aus Bereichen wie Physik, Mathematik, Informatik, Elektrotechnik, Materialwissenschaft und Chemie.
EXC2145: Munich Cluster for Systems Neurology (SyNergy) untersucht die Entstehung komplexer neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer, Schlaganfall und Multiple Sklerose. Trotz unterschiedlicher klinischer Bilder beruhen diese Krankheiten auf überlappenden Mechanismen, etwa Immunaktivierung bei Demenz oder entzündungsbedingter Degeneration von Nervenzellen und Gliazellen.
EXC3092: Biosystems Design Munich (BioSysteM) ist ein Gemeinschaftsprojekt der LMU und der TUM. Es hat zum Ziel, biologische Systeme nach ingenieurwissenschaftlichen Prinzipien zu entwerfen und so neue Erkenntnisse über die Grundlagen des Lebens und Wege zu innovativen praktischen Anwendungen zu gewinnen.
EXC3113: Cluster for Nucleic Acid Sciences and Technologies (NUCLEATE) bringt die LMU, die TUM und die JMU zusammen, um führende Forscher aus den Bereichen RNA-Biologie, Genregulation, Struktur- und chemische Biologie, Bioingenieurwesen und translationale Medizin zu vereinen. Die Mission des Exzellenzclusters ist es, das gesamte Spektrum der Nukleinsäureforschung voranzutreiben – von grundlegenden Mechanismen bis hin zu RNA-basierten Therapeutika der nächsten Generation.
EXC3137: Munich Center for Transformative Technologies and Societal Change (TransforM) stärkt die Sozialwissenschaften für hochtechnisierte Gesellschaften, um die transformative Kraft von Technologien zu verstehen und zu gestalten. Der Exzellenzcluster möchte klären, wann und wie Technologien gesellschaftlich transformativ werden und bewertet Transformationspfade – von der Entstehung bis zu ihren sozioökonomischen Folgen – kritisch.
Sonderforschungsbereiche (SFB)
SFB1258: Neutrinos and Dark Matter in Astro- and Particle Physics untersucht, wie die schwache Wechselwirkung das Universum durch Neutrinos und Dunkle Materie prägt. Im SFB wird ihre Rolle in der kosmischen Strukturbildung, im frühen Universum und bei energiereichen astrophysikalischen Ereignissen erforscht, organisiert in drei Bereichen: Neutrinos, Dark Matter und Messengers.
SFB1320: Everyday Activity Science and Engineering (EASE) ist ein interdisziplinäres Zentrum der Universität Bremen, das untersucht, wie robotische Systeme alltägliche Manipulationsaufgaben im menschlichen Maßstab bewältigen können. Dafür etabliert EASE das gleichnamige Forschungsfeld und fördert eine Gemeinschaft für offene Forschung, offene Ausbildung, offene Daten und Wissensaustausch.
SFB1371: Microbiome Signatures konzentriert sich darauf, die funktionelle Relevanz von Mikrobiom-Signaturen zu klären und deren krankheitsspezifische Beiträge zu bestimmen. Klinische Endpunkte mit gut dokumentierten Veränderungen des intestinalen Mikrobioms werden untersucht, und zentrale Mechanismen dysregulierter Immunantworten und Gewebeanpassungen – wie Entzündung oder Tumorbildung – werden aufgeklärt.
Ehemalige Programme
SFB824: Imaging for Selection, Monitoring and Individualisation of Cancer Therapies war ein interdisziplinäres Konsortium, dessen Ziel die Entwicklung neuartiger Bildgebungstechnologien für die Auswahl und Überwachung von Krebstherapien als wichtige Unterstützung für die personalisierte Medizin war.
SFB924: Molecular Mechanisms Regulating Yield and Yield Stability in Plants erforschte die molekularen Grundlagen von Ertrag und Ertragsstabilität in Pflanzen. Durch die Kombination von Expertise in Reproduktionsbiologie, Phytopathologie und Pflanzenzüchtung mit modernen post-genomischen Technologien wurden übertragbare Mechanismen zwischen Pflanzenarten identifiziert und wissensbasierte Züchtungsstrategien sowie die Ausbildung junger Forschender unterstützt.
SFB1054: Control and Plasticity of Cell-Fate Decisions in the Immune System erforschte, wie Immunzellen – insbesondere T-Zellen – ihre Zellschicksalsentscheidungen trafen und flexibel anpassten. Mit modernen Einzelzellmethoden wurden sowohl entwicklungsbedingte Linienentscheidungen als auch reversible Reaktionen reifer Zellen bei Infektionen oder Krankheiten analysiert, um die Signale der Immunplastizität zu identifizieren.
SFB1321: Modelling and Targeting Pancreatic Cancer untersuchte die Biologie des duktalen Adenokarzinoms des Pankreas (PDAC), um neue therapeutische Ansätze für diese hochaggressive Tumorerkrankung zu entwickeln. Der Verbund identifizierte zentrale molekulare Mechanismen sowie neue Modelle. In der zweiten Förderphase setzten die Forschenden fortgeschrittene genomische und translationale Methoden ein, um Verwundbarkeiten des Tumors gezielt aufzudecken und therapeutische Innovationen voranzutreiben.
SFB1335: Aberrant Immune Signals in Cancer untersuchte, wie fehlgeleitete Immunsignale zur Entstehung und Progression von Krebs beitrugen. Der Verbund brachte Grundlagenforscher und klinische Wissenschaftler zusammen und analysierte zentrale immungetriebene Mechanismen in hämatologischen, gastrointestinalen und dermatologischen Tumoren. Ziel war es, gestörte Signalwege aufzudecken, die die Malignität unterstützten, und neue gezielte Therapien zu entwickeln, die speziell auf diese dysregulierten Immunsignale abzielten.
Transregios (TRR)
TRR267: Non-coding RNA in the Cardiovascular System zielt darauf ab, das Verständnis nicht-kodierender RNAs im Herz-Kreislauf-System zu vertiefen und durch die Untersuchung zentraler Aspekte der kardiovaskulären Entwicklung, Homöostase und Erkrankungen die Grundlage für neue therapeutische Strategien zu schaffen.
TRR274: Checkpoints of Central Nervous System Recovery untersucht multi-zelluläre, multi-skalige und kontextabhängige Mechanismen, die die Erholung nach Verletzungen des zentralen Nervensystems (ZNS) formen. Durch die Aufklärung der Interaktionen zwischen Neuronen, Gliazellen und Immunzellen nach Schädigung zielt der Verbund darauf ab, regenerative Strategien zu verbessern und die zukünftige klinische Translation zu unterstützen.
TRR277: Additive Manufacturing in Construction (AMC) treibt die Digitalisierung des Bauwesens voran, indem Materialien, Prozesse und Design durch innovative 3D-Drucktechnologien neu gedacht werden. Der Verbund konzentriert sich auf nachhaltige, ressourcen- und energieeffiziente Bauweisen, unterstützt durch die starke Forschungsinfrastruktur und komplementäre Expertise der TU Braunschweig und der TU München.
TRR333: Brown and Beige Fat - Organ Crosstalk, Signaling and Energetics (BATenergy) bringt Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen zusammen und konzentriert sich auf:
- den Organ-Crosstalk zwischen Darm, Leber, Muskeln und thermogenem Fettgewebe,
- die Zell-Zell-Kommunikation innerhalb von braunem und beigem Fett sowie
- die Interaktion von Zellorganellen und intrazellulären Signalwegen in braunen/beigen Adipozyten.
TRR338: Lymphocyte Engineering for Therapeutic Synthetic Immunity (LETSIMMUN) konzentriert sich auf das Lymphozyten-Engineering und die Weiterentwicklung adoptiver T-Zell-Therapien. Der Verbund entwickelt innovative Konzepte und zellbasierte Produkte, die klinisch eingesetzt werden können, um therapeutische synthetische Immunität bereitzustellen.
TRR356: PlantMicrobe - Genetic Diversity Shaping Biotic Interactions of Plants untersucht, wie genetische Vielfalt vorteilhafte und schädliche Interaktionen zwischen Pflanzen und Mikroorganismen beeinflusst. Durch die Zusammenführung führender Gruppen der LMU München, TU München und EKU Tübingen soll das Verständnis dieser Beziehungen erweitert und neue genetische Werkzeuge für nachhaltige Pflanzengesundheit entwickelt werden.
TRR392: Molecular Evolution in Prebiotic Environments ist ein multidisziplinäres und interdisziplinäres Netzwerk, dessen Ziel es ist, experimentell eine Kaskade von Mechanismen nachzuweisen, die eine robuste darwinistische Evolution und die ersten Sequenzinformationen des Lebens aus Molekülen in einer präbiotischen Umgebung hervorbringen. Diese Zusammenarbeit vereint mehrere traditionell eigenständige Disziplinen: Astrophysik, Biochemie, Biophysik, Chemie, Geowissenschaften und theoretische Physik.
TRR408: Data-driven agile planning for responsible mobility (AgiMo) ist ein Forschungsprogramm, das datengetriebene, agile Methoden zur Planung und Steuerung zukünftiger Mobilitätssysteme über alle Verkehrsträger hinweg entwickelt. Es integriert Kriterien verantwortungsvoller Mobilität auf Basis der „4F“-Prinzipien (Function, Form, Fairness, Forever) und zielt darauf ab, einen Open-Source-Digitalen Zwilling sowie partizipative Planungswerkzeuge für evidenzbasierte Szenarien zu entwickeln.
TRR419: Simulation-based learning in higher education: advancing research on process diagnostics and personalized interventions (SHARP) entwickelt Theorie zur personalisierten simulationsbasierten Lehre in der Hochschulbildung und fokussiert dabei auf Diagnostizieren und Intervenieren in der beruflichen Praxis. Es untersucht, wie Personalisierung auf Makro-/Meso-/Mikro-Ebene sowie maßgeschneidertes Scaffolding und Feedback Lernprozesse und Kompetenzen in verschiedenen Disziplinen beeinflussen.
Ehemalige Programme
TRR89: Invasive Computing war ein deutsches Forschungsprojekt, das sich auf ein neues Paradigma des parallelen Rechnens konzentrierte, bei dem Programme dynamisch exklusive Zugriffsrechte auf Prozessor-, Speicher- und Kommunikationsressourcen anfordern und wieder freigeben konnten. Dieser „invasive“ Ansatz sollte die Effizienz und Vorhersagbarkeit paralleler Systeme verbessern, indem Anwendungen die benötigten Ressourcen genau dann erhalten, wenn sie sie benötigten, und sie anschließend zurückgaben.
TRR109: Discretization in Geometry and Dynamics widmete sich der Erforschung von Diskretisierungsmethoden in Differentialgeometrie und Dynamik. Dabei wurden Differentialgleichungen in Differenzgleichungen mit endlich vielen Variablen überführt, deren Lösungen die ursprünglichen Gleichungen approximierten.
TRR128: Initiating/Effector Versus Regulatory Mechanisms in Multiple Sclerosis – Progress Towards Tackling the Disease untersuchte die Immunmechanismen, die Multiple Sklerose (MS) auslösten oder regulierten. Der Verbund adressierte die begrenzte Kenntnis der molekularen Ursachen und der variablen Therapieantworten bei MS. Durch die Zusammenarbeit führender deutscher Forschungsgruppen wurden experimentelle und klinische Ansätze kombiniert, um innovative therapeutische Strategien zu entwickeln.
TRR165: Waves to Weather war ein Forschungsverbund, der die grundlegenden Grenzen der Wettervorhersagbarkeit untersuchte. Durch die Kombination von Atmosphärendynamik, Wolkenphysik und fortgeschrittener Modellierung sollte verstanden werden, warum Vorhersagen unsicher wurden, und Methoden entwickelt werden, die die Zuverlässigkeit von Wetterprognosen verbesserten.
Graduiertenkolleg (GRK)
GRK3081: Machine Learning and Control Theory: Exploring Synergies, Complementarities, and Mutual Benefits (METEOR) zielt darauf ab, das Maschinelle Lernen und die Kontrolltheorie zu verbinden, indem datengetriebene und modellbasierte Ansätze zusammengeführt werden. Durch interdisziplinäre Forschung und Ausbildung bereitet das Programm eine neue Generation von Forschenden an der Schnittstelle beider Bereiche vor.