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Produktive wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen MDSI, relAI und SAP
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Der Nachmittag begann mit kurzen Begrüßungsworten von Vertretern von SAP (Dr. Tobias Müller), MDSI (Sylvia Kortüm) und relAI (Dr. Mónica Campillos). Die folgenden Pitchtalks deckten ein breites Spektrum an für KI und Datenwissenschaft relevanter Themen ab, von methodischen Ansätzen bis hin zu praktischen Forschungsressourcen.
Pitchtalk-Session
Die Vorträge stellten Methoden und Anwendungen aus verschiedenen Forschungsbereichen vor, von Unsicherheitsmodellierung über personalisierte Medizin bis hin zu Forschungsdateninfrastruktur.
Max Beier, relAI-Doktorand in der Gruppe von MDSI-Kernmitglied Prof. Sandra Hirche, diskutierte die Vorteile der Verwendung linearer Operatormethoden in dynamischen Systemen. Durch die Konzentration auf lineare Operatoren unterstützt sein Ansatz die optimale Steuerung, skalierbare Optimierungsalgorithmen und zuverlässige Prognosen über Zeitskalen von Millisekunden bis zu Tagen. Er zeigte, dass diese Methodik ein effizientes Lernen des Systemverhaltens, die Modellierung von Trajektorienverteilungen und die Erzeugung kohärenter Sequenzen ermöglicht und damit aktuelle Einschränkungen in Entscheidungsmodellen für komplexe dynamische Umgebungen beseitigt.
Parastoo Pashmchi, Doktorandin bei SAP, stellte einen effizienten Algorithmus zur Behandlung fehlender Daten vor, eine häufige Herausforderung in KI-Projekten. Sie präsentierte eine ML-basierte Imputationsmethode, die die ursprüngliche Datenverteilung durch Stichproben aus der bedingten Verteilung der nächsten Nachbarn beibehält und damit die Einschränkungen gängiger Techniken wie kNNImputer überwindet. Durch die Ermöglichung von Unsicherheitsquantifizierung und mehrfachen Imputationen verbessert ihr Ansatz die Zuverlässigkeit von Vorhersagemodellen wie dem Anwendungsfall der grünen Energieprognose von SAP, bei dem fehlende Daten zur Solarstromproduktion die Modellgenauigkeit erheblich beeinträchtigen können.
Mario Picciani, Doktorand in der Gruppe von MDSI-Kernmitglied Prof. Mathias Wilhelm, stellte die jüngsten Entwicklungen und Anwendungen von ProteomicsDB vor, einer Proteomik-Ressource, die 2012 durch eine Zusammenarbeit zwischen MDSI-Kernmitglied Prof. Bernhard Küster und SAP ins Leben gerufen wurde. ProteomicsDB ist eine leistungsstarke Multi-Omics- und Multi-Organismus-Plattform, die die Echtzeit-Erforschung von Proteom-, Transkriptom- und Arzneimittelinteraktionsdaten über den gesamten Stammbaum des Lebens hinweg ermöglicht und damit die Forschung von der Grundlagenbiologie bis hin zu groß angelegten Initiativen unterstützt. Mit ihren wachsenden Möglichkeiten zur Analyse von Wirkmechanismen von Arzneimitteln, zur Vorhersage von Zellreaktionen und zur Unterstützung der Präzisionsonkologie könnte die SAP HANA-basierte Ressource zu einem zentralen Werkzeug für die Entdeckung von Biomarkern, die Systembiologie und die personalisierte Medizin werden.
Sebastian Gallenmüller, PostDoc in der Gruppe von Prof. Georg Carle, stellte SLICES-DE vor, eine digitale Forschungsinfrastruktur für Computing und Kommunikation, die in ein europäisches Kooperationsnetzwerk eingebettet ist. Als nationale digitale Forschungsinfrastruktur für IKT bietet SLICES-DE fernzugängliche Testumgebungen, reproduzierbare Workflows und langfristiges Datenmanagement zur Unterstützung der Forschung in Bereichen wie 6G, KI, Cybersicherheit und Cloud-Edge-Systemen. Als gemeinschaftsorientierte, flexible und skalierbare Plattform ermöglicht sie gemeinsame Experimente, Schulungen und die Zusammenarbeit mit der Industrie und bietet sowohl Hochschulen als auch Unternehmen eine vielseitige Umgebung, die sogar für einzelne Vorlesungen oder Großprojekte gebucht werden kann.
Networking bei Brezen und Limonade
Eine informelle Networking-Runde nach den Pitchtalks bot Referenten und Teilnehmern der TUM sowie von SAP die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, Eindrücke auszutauschen, Forschungsinteressen zu diskutieren und mögliche Kooperationen zu erkunden.
Wir danken unserem Industriepartner SAP für die Ausrichtung dieser Veranstaltung und die Einblicke in laufende Forschungsprojekte – wir freuen uns auf weitere Pitchtalk-Sessions!